LeadingSuspect on Nostr: Du sagst: Eigentum = Grundlage persönlicher Unabhängigkeit. Ich sage: Je mehr ...
Du sagst: Eigentum = Grundlage persönlicher Unabhängigkeit. Ich sage: Je mehr Rechtsstaat, desto geringer ist die Notwendigkeit sich der Willkür anderer zu entziehen. Eigeninitiative hat auch wieder mit den herrschenden Spielregeln zu tun: Muss ich damit rechnen, dass Importzölle von heute auf morgen 100% steigen, weil ein Präsident nichts in der Birne hat, dann werde ich mehr Lagerraum brauchen, meine Handlungsfähigkeit wird eingeschränkt, da ich damit Kapital binden muss. Wenn ich damit rechnen muss, dass meine Geschäfts-Idee straflos geklaut werden kann, kann ich meinen Produktionsprozess nicht auslagern ohne Industriespionage zu fürchten. Dann muss ich wieder Eigentum binden, um Sicherheitskräfte einzustellen, welche die Leute von der Produktionsstätte fernhalten. Das Recht auf Eigentum selbst hängt auch davon ab, wie sehr ich selbst dann Diebstahl verhindern kann, oder man kann auch davon sprechen, dass ich kein Eigentumsrecht habe. Schliesslich kann man nur von Recht sprechen, wenn es garantiert wird, typischerweise vom Staat, oder welchem herrschenden Arm. Ich bin so froh, dass es nach wie vor Staaten gibt, die diese Kernaufgaben übernehmen, und nicht dem Neoliberalen Slogan "Egoismus ist eigentlich sozial" verfallen sind. Wenn ich nämlich alles mit meinem eigenen Eigentum sichern muss, einen Rechtsstreit nicht nur temporär überbrücken muss, sondern alles selbst übernehmen muss und auf keine staatliche Rechtshilfe/Staatsanwaltschaft zählen kann, dann kann ich gerade so gut auf einen Staat verzichten, und das Gebiet als rechtslos bezeichnen.