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  <title>Nostr notes by Solarpunk</title>
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    <name>Solarpunk</name>
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      <title type="html">Der Möglichkeitssinn Die größte Stärke von Solarpunk als ...</title>
    
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      Der Möglichkeitssinn&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die größte Stärke von Solarpunk als Bewegung liegt darin, Menschen zu ermöglichen, sich andere, bessere Zukünfte überhaupt erst vorzustellen. Dieser Möglichkeitssinn – die Fähigkeit, hinter dem Bestehenden auch das Mögliche zu sehen – ist im 21. Jahrhundert erstaunlich verkümmert. Warum das so ist und wie Solarpunk diesen Sinn in verschiedenen Lebensbereichen wieder stärkt, lest ihr hier.„Earth, water, air“ by Xulia Vicente, CC BY-ND 4.0Sind Utopien gefährlich?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Utopien haben ein Imageproblem. Sie gelten entweder als weltfremde Spinnereien – nett gemeint, aber praktisch irrelevant – oder als gefährliche Einstiegsdrogen in totalitäre Systeme. Manchmal wird ihnen sogar beides gleichzeitig vorgeworfen, was schon rein logisch nicht ganz aufgeht: Etwas kann kaum zugleich zu harmlos-verträumt und zu gefährlich-wirkmächtig sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diese Abwertung hat Geschichte. Konservative und liberale Denker haben seit dem 20. Jahrhundert immer wieder vor der utopischen Vernunft gewarnt – als hätte die Vorstellung einer besseren Welt zwangsläufig den Weg in ins Arbeitslager zur Folge. Karl Popper etwa sah im utopischen Denken den Nährboden für totalitäre Gesellschaftsentwürfe. Diese Kritik trifft einen wahren Kern – tatsächlich haben sich einige Utopien in Dystopien verwandelt, wenn sie mit absoluter Gewissheit und ohne Fehlerkorrektur umgesetzt werden sollten. Aber sie wird auch strategisch genutzt, um jede Vorstellung einer anderen Gesellschaftsordnung von vornherein zu diskreditieren. Wenn „es gibt keine Alternative“ zur Standardantwort auf gesellschaftliche Probleme wird, stirbt der Möglichkeitssinn einen stillen Tod.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dagegen steht der Philosoph Ernst Bloch mit seinem Hauptwerk Das Prinzip Hoffnung. Für Bloch ist Utopie kein fertiger Bauplan, sondern eine Denkbewegung – der „Traum nach vorwärts“, das Noch-Nicht-Bewusste, das sich in Kunst, Alltagsträumen und gesellschaftlichen Sehnsüchten immer wieder zeigt. Utopisches Denken ist bei Bloch nicht die Behauptung, man wisse genau, wie die perfekte Zukunft aussieht – es ist die Öffnung eines Möglichkeitsraums. Genau das macht auch die Stärke von Solarpunk aus: Es geht nicht um ein fertiges Programm, sondern um das beharrliche Wachhalten der Frage „was wäre, wenn?“Der Verlust der Utopie&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein aufschlussreiches Beispiel dafür, wie dieser Öffnungsprozess auch wieder verengt werden kann, liefert die Geschichte der Arbeiter:innenbewegung selbst. Die frühsozialistischen und -anarchistischen Strömungen des 19. Jahrhunderts – von Charles Fourier über Robert Owen bis zu Peter Kropotkin – waren zutiefst utopisch geprägt: Sie entwarfen konkrete, oft geradezu verspielte Bilder davon, wie eine solidarische Gesellschaft aussehen könnte, wie Arbeit, Wohnen und Gemeinschaft neu organisiert werden könnten. Karl Marx und Friedrich Engels grenzten sich davon explizit ab und prägten den abwertenden Begriff des „utopischen Sozialismus“, den sie ihrem eigenen, angeblich „wissenschaftlichen“ Sozialismus gegenüberstellten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Anspruch, historische Gesetzmäßigkeiten erkannt zu haben, statt bloß wünschenswerte Zukünfte zu entwerfen, verlieh der Bewegung zwar analytische Schärfe – er trug aber möglicherweise auch dazu bei, dass sich später autoritäre Umsetzungen durch eine selbsternannte revolutionäre Vorhut (die berühmte „Avantgarde“ Lenin’scher Prägung) leichter legitimieren ließen. Wenn eine Partei behauptet, im Besitz der wissenschaftlichen Wahrheit über den Geschichtsverlauf zu sein, braucht sie die Vielstimmigkeit utopischen Denkens nicht mehr – sie hat ja schon recht. Der Verlust des offenen, experimentellen Möglichkeitssinns zugunsten einer geschlossenen „wissenschaftlichen“ Gewissheit könnte also selbst Teil des Problems gewesen sein, nicht die Utopie an sich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch der Historiker Rutger Bregman hat mit seiner Formel von der „Utopie für Realisten“ gezeigt, dass sich große gesellschaftliche Fortschritte – der Achtstundentag, das Frauenwahlrecht, die Demokratie selbst – zu ihrer Zeit allesamt als naive Utopien anhörten, bevor sie Wirklichkeit wurden. Utopisches Denken war historisch gesehen nie nur ein Rückzugsort für Träumer, sondern oft der Vorlauf für reale Veränderung.Falsche Überzeugungen verlernen&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In seinem Buch Im Grunde gut geht Bregman noch einen Schritt weiter und greift damit eine der hartnäckigsten Blockaden des Möglichkeitssinns direkt an: das pessimistische Menschenbild. Die Vorstellung, der Mensch sei im Kern egoistisch, konkurrenzgetrieben und nur durch Zwang oder Anreize zu prosozialem Verhalten zu bewegen, gilt vielen als nüchterner Realismus – dabei ist sie selbst eine unbelegte, historisch gewachsene Erzählung. Bregman zeigt anhand zahlreicher Beispiele, von Katastrophenforschung bis zur Neubewertung klassischer psychologischer Experimente wie dem Stanford-Prison-Experiment, dass Menschen in Krisensituationen weit häufiger kooperativ und solidarisch handeln, als das gängige Zerrbild vom egoistischen Menschen suggeriert. Das ist mehr als eine akademische Fußnote: Wenn wir tief davon überzeugt sind, dass Menschen im Grunde schlecht sind, wird jede solidarische Utopie automatisch zur naiven Träumerei abgestempelt, die an der „menschlichen Natur“ scheitern muss. Ein realistischeres, empirisch fundierteres Menschenbild öffnet dagegen erst den Raum, in dem Solarpunk-Zukünfte überhaupt denkbar werden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das verweist auf einen wichtigen Rückkopplungseffekt zwischen Möglichkeitssinn und Realitätssinn: Es geht beim utopischen Denken oft gar nicht in erster Linie darum, etwas Neues hinzuzulernen, sondern darum, vermeintliche Gewissheiten wieder zu verlernen. Das zynische Menschenbild, der Glaube an die Alternativlosigkeit des Status quo, die Überzeugung, Kooperation im großen Stil sei naiv – all das sind keine neutralen Tatsachenbeobachtungen, sondern selbst historisch gewachsene, oft interessengeleitete Narrative. Utopisches Denken korrigiert insofern nicht nur unsere Vorstellung von der Zukunft, sondern auch unsere Wahrnehmung der Gegenwart und der Vergangenheit. Wer erkennt, dass Menschen in der Elbflut-Katastrophe oder nach dem Hurrican Katrina eben nicht in Panik und Plünderung verfielen, sondern spontane Solidarität zeigten, sieht plötzlich auch die Gegenwart mit anderen Augen: Kooperation ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Möglichkeitssinn und der Realitätssinn stehen sich also nicht als Gegner gegenüber – sie korrigieren sich gegenseitig. Aber wie genau trägt Solarpunk dazu bei?Ästhetik: Bilder, die einladen&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Solarpunk hat als Ästhetik begonnen, und diese visuelle Ebene bleibt bis heute enorm wichtig. Bilder von begrünten Hochhausfassaden, von Solarpanels auf Dächern traditioneller Architektur, von Windrädern, die sich organisch in Landschaften einfügen, von Menschen, die in überwucherten, aber lebendigen Städten unterwegs sind – diese Bilder prägen das Genre seit seinen Anfängen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am stärksten wirkt diese Ästhetik dort, wo sie Vergangenheit und Zukunft versöhnt statt gegeneinander auszuspielen. Anders als der sterile, oft kalte Futurismus klassischer Science-Fiction – gläserne Türme, makellose Oberflächen, technologische Reinheit – zeigt Solarpunk Zukünfte, in denen alte Handwerkstechniken, regionale Bauweisen und kulturelle Traditionen mit neuen Technologien verschmelzen. Solarpanels auf Lehmhäusern, Stadtgärten mit digitaler Bewässerungstechnik, Lastenräder unter Erntedrohnen. Diese Bilder sagen etwas aus, bevor überhaupt ein Wort fällt: Fortschritt muss nicht bedeuten, dass wir unsere Wurzeln kappen. Man kann in die Zukunft gehen, ohne die Vergangenheit zu vergessen oder plattzuwalzen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diese Bilder funktionieren als eine Art Voreinstellung des Möglichkeitssinns – sie geben uns visuelles Material, mit dem wir uns eine andere Welt überhaupt erst vorstellen können, bevor der Verstand mit all seinen Einwänden („aber wie soll das gehen?“) dazwischenfunkt.Literatur: Die Sogwirkung des „So könnte es werden“&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Geschichten wird die Stärkung des Möglichkeitssinns am offensichtlichsten. Die besten Solarpunk-Romane sind akribisch gebaute Zukunftswelten, die trotz aller Hoffnung realistisch bleiben: Der Klimawandel wird nicht einfach wegdiskutiert, Milliardäre geben ihr Vermögen nicht freiwillig her, gesellschaftliche Konflikte lösen sich nicht über Nacht in Wohlgefallen auf. Und doch zeigen diese Geschichten immer wieder Szenen von Solidarität, Kooperation und kollektivem Handeln, die zeigen: Menschen sind auch zu etwas anderem fähig als zu Konkurrenz und Ausbeutung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn diese Gratwanderung gelingt – zwischen ungeschönter Gegenwartsanalyse und der beharrlichen Behauptung, dass es anders gehen könnte – entfalten diese Geschichten eine echte Sogwirkung. Ein starkes Gefühl von „so könnte die Zukunft werden“ stellt sich ein, das sich deutlich von den allgegenwärtigen Dystopien unterscheidet, die weite Teile der Science-Fiction und auch anderer Genres prägen. Nach Jahrzehnten von Klimakatastrophen-Szenarien, Überwachungsdystopien und postapokalyptischen Ödlandschaften wirkt eine Geschichte, die zeigt, wie Menschen gemeinsam etwas aufbauen statt nur Trümmer zu durchqueren, fast schon subversiv.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diese Literatur ist deshalb kein eskapistischer Kitsch, sondern politische Arbeit im besten Sinne: Sie erweitert, was wir uns überhaupt für vorstellbar halten – und genau das ist die Voraussetzung dafür, dass wir für etwas kämpfen können, das es noch nicht gibt.Bewegung: Präfigurative Praxis im Hier und Jetzt&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Demonstrationen, Petitionen, Besetzungen: Soziale Bewegungen werden in der Öffentlichkeit vor allem in Form von Protesten wahrgenommen. Das sind wichtige und notwendige Impulse – sie machen Missstände sichtbar und üben Druck auf Institutionen aus, die sich sonst nicht bewegen würden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Doch Solarpunk als Bewegung setzt in anarchistischer Tradition einen zusätzlichen Akzent: den der präfigurativen Politik. Der Begriff beschreibt eine Praxis, bei der die gewünschte Zukunft nicht nur gefordert, sondern im Kleinen schon gelebt wird – als Modell, als Übungsraum, als Beweis, dass es geht. Gemeinschaftsgärten, in denen Nachbarschaften gemeinsam Nahrungsmittel anbauen statt sie nur zu konsumieren. Maker Spaces und Repair Cafés, in denen Reparatur statt Wegwerfen zur Selbstverständlichkeit wird und Wissen frei geteilt wird statt es zu horten. Klimacamps, die für einige Tage oder Wochen zeigen, wie eine Gemeinschaft mit basisdemokratischen Entscheidungsprozessen, in freiwilliger Selbstverwaltung und gegenseitiger Fürsorge funktionieren kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Diese Orte und Praktiken sind kein Ersatz für strukturelle politische Veränderung – aber sie sind unverzichtbar für den Möglichkeitssinn, weil sie das Abstrakte konkret machen. Es ist ein Unterschied, ob man sich eine solidarische Ökonomie nur theoretisch vorstellt, oder ob man in einem Klimacamp erlebt hat, wie fremde Menschen füreinander Essen kochen, Infrastruktur bauen und putzen. Präfigurative Praxis liefert den Beweis am eigenen Leib: Es geht. Es gibt Menschen, die es schon tun. Die Zukunft ist keine abstrakte Verheißung, sondern beginnt jetzt, im Kleinen, an vielen Orten.Fazit: Den Blick erweitern&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Möglichkeitssinn ist keine romantische Fußnote, sondern die Grundvoraussetzung für gesellschaftliche Veränderung überhaupt. Bevor wir für eine andere Welt kämpfen können, müssen wir uns diese Welt vorstellen können – in Bildern, in Geschichten, in gelebter Praxis. Und manchmal beginnt dieser Prozess nicht mit dem Hinzulernen, sondern mit dem Verlernen: dem Verlernen eines zynischen Menschenbilds, dem Verlernen der Alternativlosigkeit, dem Verlernen der Vorstellung, dass es schon immer so war und deshalb immer so bleiben muss. Solarpunk arbeitet an all diesen Fronten gleichzeitig: als Ästhetik, die zeigt, als Literatur, die mitreißt, und als Bewegung, die vormacht. Zusammen ergibt das kein fertiges Programm, sondern etwas Wertvolleres: einen wieder geöffneten Raum des Möglichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;#Bewegung #Bilder #Bücher #Theorie #solarpunk&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; &lt;img src=&#34;https://solar-punk.org/wp-content/uploads/2026/07/featured_hu_6a7798b6be3bd5c4.jpg?w=600&#34;&gt; 
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      Flora Incognita&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;… heißt eine von der TU Ilmenau entwickelte App, mit der man Pflanzen bestimmen kann – und die mich gerade sehr begeistert. Schon die Kombination von Technologie und Natur fühlt sich sehr nach Solarpunk an. Ein weiterer Clou: die gesammelten Daten kommen wissenschaftlichen Projekten zugute, die wiederum langfristig für mehr Naturschutz sorgen können! Warum das auch noch gut für das eigene Wohlbefinden ist, lest ihr in diesem Artikel.&lt;a href=&#34;https://floraincognita.de/&#34;&gt;https://floraincognita.de/&lt;/a&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich hab keine Ahnung von Pflanzen. Ich kann weder Bäume bestimmen noch kenne ich besonders viele Blumen. Seit ich diesen Blog schreibe, wird das Thema aber immer spannender für mich. Susan Kaye Quinn, die Autorin der Hoffnungsschimmer-Reihe, meint in diesem Artikel, dass Pflanzenbestimmung dabei helfen kann, einen besseren Bezug zur nicht-menschlichen Welt zu entwickeln. Das fand ich spannend und wollte es ausprobieren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es gibt in App Stores inzwischen einige Apps dazu, aber Flora Incognita hatte gute Bewertungen – zu Recht. Sie ist umsonst, von einer Universität entwickelt und hat auch bei Tests ziemlich gut abgeschnitten. Sie hat sogar einen Mastodon-Account!Citizen Science – Wissenschaft für Alle&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die  App lässt sich ziemlich einfach nutzen: Man macht je nach Pflanzenart Fotos von verschiedenen Bestandteilen wie Blättern, Blüten oder Rinde. Wenn die Fotos gut getroffen sind, spuckt die App eine Vermutung inklusive Wahrscheinlichkeit aus (eine KI, die zugibt wie (un-)sicher sie sich ist ist auch ziemlich wohltuend). &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So richtig sinnvoll fühlt sich das dann an, wenn man das als Teil der laufenden Forschungsvorhaben macht. Da kann man zum Beispiel große Bäume sammeln, Kräuter am Wegesrand oder Pflanzen auf Friedhöfen kartieren. Diese versieht man dann mit einem Klick mit dem jeweiligen Tag und kann dann noch einige Fragen dazu beantworten. Dann wird der Fund zusammen mit dem Datum und der Geolocation gespeichert – und die Forscher:innen können damit beispielsweise herausfinden, wie sich invasive Arten verbreiten oder ob bestimmte Pflanzen mit dem Klimawandel früher blühen.Das Leben der Bäume&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich persönlich habe auch gemerkt, dass ich seitdem das Stadtgrün anders wahrnehme. Wo ich früher nur einen grünen (wenn auch angenehmen) Hintergrund gesehen habe, bemerke ich jetzt häufiger die einzelnen Lebewesen, die diesen Hintergrund ausmachen. Und auch wenn es kitschig klingt – mein Bezug zu ihnen ändert sich. Ich werde daran erinnert, wie sie jeden Tag Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln und so menschliches und tierisches Leben ermöglichen. Bei großen Bäumen denke ich darüber nach, was sie alles schon erlebt haben; bei Kräutern kann man sich Anwendung und Wirkungen anzeigen lassen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Übrigens: Die Wissenschaft belegt auch inzwischen, was indigene Völker schon lange wissen – dass Pflanzen nämlich sehr soziale Lebewesen sind. Sie kommunizieren untereinander über Pheromone (z.b. welche Schädlinge unterwegs sind), teilen Nährstoffe über Pilznetzwerke im Boden und lassen sich gegenseitig Raum für ihre Äste.Ein neues Naturverhältnis&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir alle wurden in eine Welt hineingeboren, in der die „Natur“ für die meisten eine Randerscheinung war – etwas, was man benutzen und ausbeuten konnte. Solarpunk steht für ein anderes Naturverhältnis. Und so langsam kommt auch in Teilen des Mainstreams an, dass wir von ihr abhängig sind, dass wir quasi an dem Ast sägen auf dem wir sitzen. Das ist nicht unsere Schuld, wohl aber unsere Verantwortung. Apps wie Flora Incognita können helfen, einen neuen Bezug zu entwickeln und der Verantwortung zu werden.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn ihr also viel draußen unterwegs seid (oder sein wollt), Lust habt die Wissenschaft zu unterstützen und/oder euch mehr mit der Natur zu verbinden – probiert doch mal Flora Incognita statt Pokemon Go aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;#Theorie #solarpunk&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; &lt;img src=&#34;https://solar-punk.org/wp-content/uploads/2026/05/screenshot-2026-05-26-at-20-01-02-flora-incognita-de-e28093-die-flora-incognita-app-e28093-interaktive-pflanzenbestimmung.png?w=766&#34;&gt; 
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      <title type="html">Das Solarpunk-Dreieck: Natur, Technologie und Gemeinschaft Natur, ...</title>
    
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      Das Solarpunk-Dreieck: Natur, Technologie und Gemeinschaft&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Natur, Technologie und Gemeinschaft sind drei zentrale Aspekte von Solarpunk. Sie sind alle wichtig für Menschen – und in diesem Artikel soll es darum gehen, wie sie sich gegenseitig unterstützen können. Dazu gibt es Beispiele aus Geschichten, aber auch aus der realen Welt.„Back Home“ by Daniele Turturici, CC BY-NC-ND 4.0🌱 Natur&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Natur ist in Solarpunk-Bildern vor allem als Dachbegrünung und als Landwirtschaft zu sehen. Tatsächlich spielt in vielen Geschichten aber auch die Mitwelt – nicht-menschliche Lebewesen – eine zentrale Rolle. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Natur kann die Bildung von Gemeinschaft unterstützen. Menschen sind entspannter, wenn sie grün um sich wahrnehmen – dafür reicht sogar schon ein Desktop-Hintergrund, aber echte Pflanzen helfen dabei nochmal stärker. Das Stresssystem wird heruntergefahren, und das ermöglicht uns, Verbindung zu anderen Menschen herzustellen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Parks, Wiesen und Flussufer sind sogenannte Dritte Orte (also Orte, an denen Menschen sich abseits der eigenen Wohnungen und jenseits von Konsumzwang treffen können) – diese machen Städte lebenswert, schaffen Verbindungen und verhindern Isolation und Vereinsamung.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein anderes, aber sehr konkretes Beispiel für Natur als Gemeinschafts-Unterstützerin liefert der Roman Hyphen: Hier hilft ein psychedelischer Pilz Menschen in einer postapokalyptischen Welt, Traumata zu verarbeiten, das Gefühl von Trennung zu überwinden, Empathie füreinander zu entwickeln und Gemeinschaft aufzubauen. Auch in der realen Welt gibt es immer mehr Hinweise, dass Pilze dafür (und für andere Dinge) wertvoll sein könnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Verbindung von Natur und Technologie ist ebenfalls interessant. Viele Erfindungen sind aus der Beobachtung der Natur hervorgegangen (das nennt man Biomimikry). Beispiele hierfür sind der Reißverschluss, Flugzeuge, das Echolot oder der wasserabweisende Lotus-Effekt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tatsächlich sind Natur und Technologie auch gar nicht so getrennte Sphären, wie es uns im Globalen Norden oft erscheint. Gerade indigene Kulturen haben viel Expertise darin entwickelt, Natur direkt für ihre Zwecke zu nutzen – beispielsweise in Form von gewachsenen Brücken oder Medizin. Hier stellt sich eher die Frage, was wir als Technologie wahrnehmen und was nicht.🔌 Technologie&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf der anderen Seite können auch Aspekte, die unter ein klassisches Verständnis von Technologie fallen, wiederum genutzt werden um die Natur zu unterstützen. Es gibt interessante Projekte, um Wildbestände von Tieren mittels KI zu überwachen, baumpflanzende Drohnen&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tatsächlich könnten unglaublich viele Technologien zum Wohle der Natur eingesetzt werden, wenn das eine Priorität für die Menschheit wäre. Leider wird Technik im Kapitalismus (bzw. in allen wachstumsbasierten Systemen, um auch den Realsozialismus nicht auszunehmen) fast immer in einem Kontext entwickelt und genutzt, um Profit zu machen – und da ist Naturschutz häufig ein Faktor, der die Gewinne senkt (zumindest kurzfristig). Daher ist es verständlich, wenn viele Menschen technik-skeptisch sind und neue Entwicklungen eher für problematisch halten. Aber es wäre konsequenter, den Rahmen unseres momentanen Wirtschaftssystems dabei mitzudenken und zu -kritisieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Solarpunk-Geschichten gibt es auch spannende Beispiele für Technologien, die Gemeinschaftsbildung unterstützen. Das prägendste für mich waren die Sozialen Netzwerke in A half-built garden, die den Bewohner:innen eine permanente Kooperation und dadurch direkte Demokratie und Selbstverwaltung ermöglichen. Auch real existierende Soziale Netzwerke wie Mastodon sind eine Möglichkeit, Gemeinschaft zu finden – vor allem für Minderheiten wie zum Beispiel queere  oder neurodivergente Personen. Leider stellt sich hier das gleiche Problem wie beim Naturschutz – die bekanntesten Sozialen Netzwerke können dieses Versprechen aufgrund ihrer Profitorientierung nicht einlösen, sondern kippen im Gegenteil in Vereinzelung und Polarisierung. 🤝 Gemeinschaft&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Personen in Solarpunk-Geschichten sind keine vereinzelten Held:innen wie im Cyberpunk, sondern einfache Menschen, die als Teil einer Gemeinschaft wichtige und gute Dinge tun. Und auch im echten Leben arbeiten Millionen Menschen auf der Welt auf ein besseres Leben für alle (Mensch und Mitwelt) hin.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein prominentes Beispiel für Gemeinschaften, die die Natur schützen, sind die Umwelt- und Klimabewegungen, die seit den siebziger Jahren weltweit aufgekommen sind. Alleine könnten diese Menschen sicher kaum etwas bewegen, aber durch ihre große Zahl haben sie viele Probleme gelöst oder abgeschwächt – Naturschutzgebiete erzwungen, das Ozonloch stabilisiert, den deutschen Atomausstieg herbeigeführt und vieles mehr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Im Globalen Süden setzt sich zudem immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Natur am besten geschützt werden kann, wenn sie unter die Obhut lokaler indigener Gemeinschaften gestellt wird. Diese kennen ihre Umgebung viel besser als Naturschützer von außerhalb, sind nicht so stark der Verwertungslogik unterworfen und haben jahrhundertealtes Wissen darüber, wie ihre Umgebung im Gleichgewicht bleiben kann.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zuletzt stellt sich noch die Frage, inwiefern Gemeinschaften auch hilfreiche Technologien schaffen können. Wie oben erwähnt, wird ein Großteil von neuen Technologien im Kontext von Konzernen oder Staaten geschaffen, die oft problematische Ziele damit verfolgen. Ein inspirierendes Beispiel ist die weltweite Open-Source-Gemeinschaft: Software wie das Betriebssystem Linux, der Browser Firefox oder Videokonferenzen wie Jitsi wurden und werden von einer riesigen Zahl von Freiwilligen gemeinsam programmiert und aktuell gehalten – einfach, weil diese es gut und wichtig fanden, dass es solche Software gibt. Selbst wenn sie manchmal etwas sperriger sein sollte als die durchdesignten Umgebungen aus den Tech-Konzernen – angesichts von Machtkonzentration, Datenschutzproblemen und ständiger Monetarisierung lohnt sicher der Umstieg fast immer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;#Theorie #solarpunk&lt;br/&gt;&lt;br/&gt; &lt;img src=&#34;https://solar-punk.org/wp-content/uploads/2026/04/featured_hu_a0ee0cf58a1c68fc.jpg?w=819&#34;&gt; 
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