Männliches Anspruchsdenken 2/2.
Ein indirekter Nachbar aus meiner Straße.
Der Nachbar, der sich vor etwa 2 Jahren im Ortsbeirat darüber ausgekotzt hat, dass "die Ausländer mit ihren Tuning-Karren" für Unruhe im Dorf sorgen würden, und dass die hinter Gitter gehörten. "Die Ausländer mit ihren Tuning-Karren" waren damals btw ein junger polnischstämmiger Deutscher und ein junger türkischstämmiger Deutscher, die gemeinsam einen alten 3er BMW wieder flott gemacht haben und halt ab und an mit damals noch kaputter Auspuffanlage Probefahrten machten - über einen Gesamtzeitraum von nicht ganz einen Monat. Dass die *Herren* von CDU & SPD damals überhaupt auf die Angelegenheit eingegangen sind war schon eine Zumutung mMn.
Egal. Der Nachbar also. Der hat mir eben beim Einfahren ins Dorf mit seinem SUV die Vorfahrt genommen, sodass ich richtig bremsen musste - und ist dann mit mindestens 70 Sachen weggeballert. Innerorts. Nur, um 15 Sekunden später bei sich auf die Auffahrt zu fahren, wo ich vorbeifuhr, als er gerade ausstieg. Also kurz anhalten und Fenster runter.
Ich: "Das waren aber eben keine 50?"
Er: "Ich wohne schließlich hier!" womit er seine Autotür zuballert und ins Haus geht.
Okay. *Er* darf das also. *Er* darf sich in *seinem* Dorf so benehmen, wie *er* es für richtig hält. **O-kay**.
Das sind btw genau die Typen, die sich wochenlang an einer BILD-Headline angeblicher "Messer-Afghanen" aufgeilen, nur um dann Zuhause die Ehefrau zu verprügeln. Ist ja *seine*. Ins *eigene* Nest darf geschissen werden - aber wehe irgendwer lässt unerlaubt auch nur einen Furz in seiner Gegenwart.
Fresse voll von solchen Menschen.
