Deswegen kam die AFD für mich nie in Betracht, obwohl ich die Corona-Pandemie als Ungeimpfter durchlebte (das aus handfesten Gründen, die nichts mit VT zu tun haben und die hier zu weit führen würden, nur eine Impfunfähigkeitsbescheinigung wollte mein Arzt lieber nicht ausstellen). Nach diesen zwei Jahren wär ich vom emotionalen Zustand her eigentlich reif für eine Stimme für die AFD gewesen, nur das Ukrainethema hielt mich davon ab.
Ich bin auf FB noch in einer Gruppe "Conservatives 4 Ukraine", wo sich die Amis bis zur Wahl von Trump wahlweise einredeten, dass der vernünftige Flügel der Republikaner die MAGA-Idition à la MTG und die Nazis schon im Zaum halten würden und/oder, Trump wäre wirklich der richtige, um Russland in die Schranken zu weisen, er wolle schließlich America Great machen, nicht so ein Zögerer wie Biden. Ich war da immer skeptisch, gab ihnen aber "the benefit of the doubt" weil mich die linke Hexenjagd eben auch nicht überzeugte (und Bidens Ukrainepolitik auch nicht).
Aus der "konservativen Reaktanz" brach ich jedenfalls bei dem unseligen Gespräch zwischen Selensky und Trump im Oval Office und dem nachfolgenden Hilfsentzug für die Ukraine, Einstellen der US-Cyberabwehr usw. aus. Die ausbleibende Hilfe war ein Hard Fact den ich nicht mehr wegignorieren konnte. Als dann noch Elon Musk einen US-Senator, der einfach nur die Ukraine besuchte einen "Traitor" nannte, hab ich X fluchtartig verlassen und auf Facebook das FB.Purity-Plugin installiert, um nur noch Posts von Freunden denen ich folge zu sehen.
Dass es dann gleich meine eigene Friendica-Instanz im Fediversum geworden ist, ist natürlich dem technischen Spieltrieb geschuldet.
(Übrigens, Sie waren mir auf sueden.social gefolgt, aber ich bin nun umgezogen, bitte folgen Sie doch nochmals.).Mein Ziel ist und bleibt (war es auch zu früheren Zeiten auch bei stärker ausgeprägter "Reaktanz"), die Dialogfähigkeit zwischen links und rechts zu erhalten. Ich hab nämlich auch bei Dugin genug gelesen, um zu wissen, dass die Spaltung der Gesellschaft nicht nur im Interesse unserer ganz eigenen Extremisten liegt, sondern auch im Sinne der großrussischen imperialen Politik. Ich kann blöderweise die Textstelle inzwischen nicht mehr im Internet finden, aber der schreib anno 2014 tatsächlich mal auf 4pt punkt su (einen klickbaren Link hat diese Propagandaschleuder nicht verdient), dass das Bestreben des russischen Agitprop sein müsse, im "liberalen" (bei ihm ein Schimpfwort) Westen die Rechten gegen die Linken aufzuhetzen, damit sie beide die politische Mitte zwischen sich zermalmen und sich danach gegenseitig auf die Pelle rücken - und wer der Westen dann darniederliege, dann werde er bereit sein, sich dem russischen Imperium von Lissabon bis Wladiwostik anzuschließen. Seitdem beobachte ich reichlich fassungslos, wie genau dieses Drehbuch bei uns auch tatsächlich abläuft.
