Join Nostr
2026-01-28 19:48:29 UTC
in reply to

Rainer "friendica" Sokoll on Nostr: Ulrich Kelber Vermutlich werde ich jetzt Prügel von den ganzen Spezialexperten ...

Vermutlich werde ich jetzt Prügel von den ganzen Spezialexperten beziehen 😉
Zufälligerweise kenne ich ein paar Leute, manche weniger, manche mehr gut, die am Wendelstein 7 X arbeiten.
Natürlich kennen die alle den Spruch von den 30 Jahren, gut geeignet als Schenkelklopfer in Online-Diskussionen, vermutlich auch an anderen Stammtischen.
Nur: Die sind ja nicht doof. Das sind zum überwiegenden Teil promovierte Plasmaphysiker, denen müssen wir nicht Fusion erklären. Was ich mitbekommen habe: Daß Kernfusion machbar ist, steht außer Zweifel. Die Herausforderung ist keine wissenschaftliche mehr, sondern eine ingenieurtechnische. Man braucht eine gewisse Größe, um einen signifikanten Energieüberschuß zu produzieren, und dafür braucht man Maschinen, die man aus Einzelteilen zusammenbauen muß. Diese Einzelteile kauft man aber nicht im Baumarkt oder sonstwo, es gibt keinen Hersteller, der die im Lager hat. Die muß man bauen lassen, dafür gibt es Ausschreibungen, und Hersteller, die sowas können, stehen nicht an jeder Straßenecke und haben gerade freie Kapazitäten.
Und manchmel gibt es Fertigungsfehler, und das Teil geht zurück zum Hersteller. Und: Ein positives Fusionskraftwerk wird ganz sicher kein auf ein Vielfaches aufgepumpter Wendelstein sein. Der skaliert nicht linear. Da muß man sich an immer neue Dimensionen rantasten.
Ein Problem wird irgendwie von allen Kritikern gar nicht angesprochen, ich verstehe nicht, warum: Abwärme. Ein Fusionskraftwerk arbeitet wie jedes konventionelle Kraftwerk mit Wasserdampf, der Turbinen antreibt. Und diese Abwärme muß weggeschafft werden, klassischerweise in Flüsse.
Auch diesen Sommer werden wir in Frankreich sehen, daß Kraftwerke abgeschaltet werden müssen, damit die Flüsse nicht überhitzen. Wie gesagt, dieses Problem haben Fusionskraftwerke genauso.
Das wissen natürlich auch meine Bekannten, und ich habe den Eindruck, daß sie das verdrängen.