Das stimmt, aber ich denke, der Widerspruch löst sich auf in der Unterscheidung, ob •jemand• oder •etwas• rassistisch ist. Eine ganz wichtige Erkenntnis auf dem Weg, weniger rassistisch, transphob, sexistisch, antisemitisch oder sonst was zu werden, ist ja, dass es ein Prozess ist, und auch beim besten Willen ein Lapsus passieren kann und die entscheidende Frage ist, wie jemand dann damit umgeht. Also kurz gesagt: selbst objektiv anti-rassistisch bemühte Leute tun immer wieder mal objektiv rassistische Sachen.
Also ja: jemand, der z.B. aus persönlicher naiver Nostalgie die Schlümpfe mag und diese nie hinterfragt hat, ist nicht schon dadurch als Sexist und Antisemit ein schlechter Mensch gebranntmarkt. Aber das ändert absolut nichts daran, dass die Sendung objektiv sexistisch ist und Gargamel eine antisemitische Karikatur (bis hin zum buchstäblichen Ritualmord!).
Seine Identität aus Unwissenheit an ein rassistische Vorstellung zu hängen macht diese nicht schützenswerter. Wir erkennen ja auch, dass veraltete Bezeichnungen für Schaumküsse ein no-go sind, völlig •egal• für wen das mit wie wichtigen naïven Kindheitserinnerungen verbunden ist.
Also auch die Ignoranz der vielleicht nicht per se rassistischen "naiven" Zionist*innen ist kein Grund, aus RĂĽcksicht von der objektiv richtig Benennung ihres rassistischen toten Winkels abzusehen.